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«Tully» mit Charlize Theron: Die grosse Enthüllung

Achtung Spoiler-Warnung: Bitte lesen Sie den nachfolgenden Text erst dann, wenn Sie das Gefühlsmelodrama «Tully» mit Charlize Theron gesehen und genossen haben.

Das Konzept für Tullys doppelte Identität entstammt Diablo Codys eigener Erschöpfung in Folge der Geburt ihres dritten Kindes. «Es war schwierig für mich als Mutter zweier Kinder und eines Neugeborenen», erinnert sich die «Juno»-, «Young Adult»- und «Tully»-Autorin. «Irgendwann kam der Punkt, an dem ich dachte: ‘Ich war voller Energie und Optimismus als ich jünger war. Ich wünschte, mein jüngeres Ich könnte sich manifestieren und mich durch das alles begleiten.» Der Regisseur Jason Reitman war sofort sehr angetan von der kreativen Herausforderung, die dieses Konzept mit sich brachte: «Mit ‚Tully’ bot sich die Gelegenheit, im Grunde zwei Filme auf einmal zu drehen. Zuerst denkt man, man würde einen Film über eine Mutter mit postnataler Depression schauen, die versucht, drei Kinder zu versorgen. Es ist eine hyperreale Darstellung dieser ersten paar Monate und erzählt von der Freude darüber, dass jemand dich bei der Bewältigung all dessen unterstützt.» *** SPOILER-ALARM *** Reitman fährt fort: «Gegen Ende des Films merkt man jedoch, dass man in Wahrheit zwei Filme geschaut hat. Ein Film ist über einen Zweiten gelegt, den man erst später entdeckt und in dem es darum geht, sich von seiner Jugend zu verabschieden. Das ist ein weiterer Punkt des Erwachsenwerdens: Ein Kapitel schliesst sich und ein neues beginnt. Das ist sehr schwierig. Was, wenn dein jüngeres Ich dich besuchen würde, um sich von dir zu verabschieden? Ihr könntet euch unterhalten und dein jüngeres Ich würde dir dafür vergeben, dass du öde und langweilig geworden bist. Damit du dafür sorgen kannst, dass dein Kind die für sie notwendige Sicherheit und Bildung erhält. Das erkennt man erst am Ende des Films.»

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