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Tom Hanks: «Ben konnte einen ganzen Raum beherrschen»

In Steven Spielbergs Mediendrama «The Post» verkörpert Tom Hanks den «Washington Post»-Chefredaktor Ben Bradlee, der die sogenannten Pentagon-Papiere über das skandalöse Vorgehen der US-Regierung im Vietnamkrieg veröffentlichen will.

«Über Ben Bradlee gibt es jede Menge Informationen – vor allem natürlich seine Autobiografie,» sagt Tom Hanks. «Es existieren massenweise Interviews, aber am wichtigsten waren für mich die vielen Menschen, die mit ihm zusammengearbeitet haben und mit denen ich sprechen durfte – darunter seine Frau Sally Quinn. Wir sprachen über sein Wesen, warum sie ihn liebte und wie er sich in die Washington Post einbrachte. Letztlich fand und hörte ich so viel über Ben, dass ich ganz frustriert war, weil ich nicht alles im Film unterbringen konnte. Ben war in der Lage, einen ganzen Raum zu beherrschen. Offenbar hatte er einen hervorragenden journalistischen Instinkt, aber er konnte seine Leute auch motivieren, er schmeichelte seinem Stab nicht nur, er brachte seine Leute voran. Er mochte seinen Job, aber vor allem begeisterte er sich dafür, welche Auswirkungen sein Job hatte: die Wahrheitsfindung, die richtige Darstellung und die Veröffentlichung, damit die Leser selbst entscheiden konnten. Er war ausserdem extrem ehrgeizig, und deshalb konnte ich verstehen, wie unglaublich frustriert er war, als die New York Times die Story der Pentagon-Papiere als Erste veröffentlichte. Redakteur eines zweitklassigen Käseblatts in Hintertupfingen – das war nicht sein Ding.»

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