Interview

Tim Burton: «Ich war nie ein grosser Zirkus-Freund»

Nach «Alice in Wonderland» verpasst der Regisseur Tim Burton dem Walt-Disney-Trickfilmklassiker «Dumbo» ein zeitgemässes Realfilm-Kleid. Bei der Geschichte um den fliegenden Elefanten dürfen sogar Träume abheben.

«Die Vorstellung, abzuhauen und sich einem Zirkus anzuschliessen, hat mich schon immer fasziniert», sagt Tim Burton. «Ich war nie ein grosser Zirkus-Freund wegen der eingesperrten Tiere, der Clowns, der todesverachtenden Nummern, bei denen ich mich immer unwohl gefühlt habe, und – habe ich das schon aufgezählt? – wegen der Clowns! Aber die Idee dahinter hat mich natürlich berührt, sich einer schrägen Familie von Aussenseitern anzuschliessen, die nicht in die normale Gesellschaft passen – es sind Leute, die anders behandelt werden. Genau davon handelt ‚Dumbo‘.» Der Animationsfilm aus dem Jahre 1941 wird durch die Augen von Dumbo erzählt, die Menschen in der Geschichte, vor allem Bösewichter verschiedenster Art, bleiben im Hintergrund. Tim Burtons Neuinterpretation als Realfilm erweitert nicht nur den Plot, sondern lässt die menschlichen Figuren ausschlaggebend für die Erzählung werden: Sie interpretieren die Reise des Baby-Elefanten auf eine nachvollziehbare Art: «Es ist eine sehr süsse Geschichte», sagt Burton. «Die Idee eines fliegenden Elefanten ist so einfach. Ich denke, weil die Geschichte so ursprünglich und elementar ist, ist sie so beliebt und hat die Menschen so sehr beeinflusst.»