Interview

Interview mit «Sauerkrautkoma»-Star Lisa Maria Potthoff

Im typisch bayerischen Kinohit «Sauerkrautkoma» spielt Lisa Maria Potthoff schon zum fünften Mal die Figur der Susi – die ewige Zukünftige des Provinzpolizisten Franz Eberhofer. Ihr Markenzeichen: Rosa Jeans.

Wie ist es, immer wieder in diese rosa Jeans zurückzukehren?

Lisa Maria Potthoff: Ich trage die Kostüme, die mir sehr am Herzen liegen, seit «Dampfnudelblues». Und weil wir ja auch meist im selben Team arbeiten, ist es wie eine Heimkehr nach Hause. Es gibt dann immer diesen Aha-Effekt: Ach, jetzt sind wir wieder alle zusammen. Da ist mittlerweile ein Vertrauen gewachsen, dass man sich da gut fallen lassen kann und sich blind vertraut.

 

Gibt es persönliche modische Gemeinsamkeiten mit der Susi?

Lisa Maria Potthoff: Eher nein. Ich liebe es, in diese Kostüme zu schlüpfen und bewundere Frauen, die sich so voller Selbstbewusstsein kleiden. Es ist ja sehr weiblich. Ich kleide mich privat schlichter. Wenn die Susi meine Klamotten anziehen würde, wäre es für sie grauenhaft, genauso wie ich froh bin, dass ich mich privat doch anders kleiden kann.

 

Sie sind – wie die Susi - in einem bayerischen Dorf aufgewachsen. Gab es da Parallelen zum fiktiven Niederkaltenkirchen?

Lisa Maria Potthoff: Zwischen Oberbayern und Niederbayern gibt es ja bereits Unterschiede, und das kleine Dorf, in dem ich gross geworden bin, gehört zur Region München-Land, ist also sehr geprägt durch die Grossstadt – also eher «Provinzialität light». Bei Niederkaltenkirchen oder unserem Drehort Frontenhausen ist kein Bezug zur Grossstadt gegeben, man ist mehr aufeinander angewiesen, die dörflichen Bindungen sind enger. Der Simmerl ist der Metzger im Dorf und der Flötzinger der Gas-Wasser-Installateur. In den Münchner Stadtrandgemeinden ist das ein wenig verloren gegangen. Die waren in meiner Jugend aber auch geprägt durch die Burschen-Vereine, das Schützenfest oder das Maibaum-Aufstellen. Es gab schon einen harten Kern im Dorf. Ich kenne das gut, und gerade das Unprätentiöse mag ich sehr.

 

Die Susi fordert ja diesmal erfolglos zum Tanz auf. Können Sie sich selber an Stehblues erinnern?

Lisa Maria Potthoff: Ja, bei uns hiess er Schieber. Mein erster Schieber war in der 5. Klasse mit einem Mitschüler auf der Skifreizeit. Da haben wir Steh-Blues oder eben Schieber getanzt zu «Sailing» von Rod Stewart.

 

Ist durch die Eberhoferfilme Ihr persönlicher Ruhm in Niederbayern grösser als in anderen Teilen Deutschlands?

Lisa Maria Potthoff: Ich werde in Bayern sicher mehr erkannt als in Berlin. Ich merke, dass ab dem Flughafen München eine andere Aufmerksamkeit besteht als in meinem Wohnort Berlin. Das liegt sicher an den Eberhoferfilmen, und ich empfinde das als sehr positiv. Einen Unterschied zwischen Ober- und Niederbayern kann ich aber nicht ausmachen.