Interview

Gruselfilmer Jordan Peele: «Ich liebe Doppelgänger-Mythen»

Schon während der Produktion seines Oscar-Gewinnerfilms «Get Out» hatte der Regisseur, Autor und Produzent Jordan Peele die Idee für einen Gruselszenario, das noch furchteinflössender werden würde: «Us».

«Die Idee für diesen Film kam von einer tiefgründigen Furcht vor Doppelgängern» sagt der «Get Out»-Regisseur Jordan Peele. «Dabei liebe ich Doppelgänger-Mythen und Filme, die sich damit beschäftigen. Ich wollte meinen Beitrag dazu leisten. Mich faszinierte die Idee, dass wir selbst unser schlimmster Feind sind. Das wissen wir zwar alle, aber wir verdrängen diese Tatsache. Vielmehr machen wir Aussenstehende für Schlechtes verantwortlich, die «Anderen». Aber in diesem Film haben die Monster unsere eigenen Gesichter». Geheimnisvolle Doppelgänger sind fast so alt wie das Geschichtenerzählen selbst. Sie erscheinen in vielen Volksmärchen, Mythologien, ja sogar im Alten Ägypten. Aber mit ganz wenigen Ausnahmen ist es nur selten ein gutes Zeichen, wenn Doppelgänger in einer Geschichte auftauchen: «Doppelgänger waren schon immer einer Quelle der Angst», sagt Peele. «Ich glaube, dass dies mit dem Wissen um die eigene Sterblichkeit zu tun hat. Wir können nicht beide existieren, sodass Einer von uns gehen muss. Doppelgänger gelten immer wieder als böse Vorboten des eigenen Todes. Und genau aus dieser Urangst leitet sich die ‚Us‘-Story ab».