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Der «Papillon»-Regisseur Michael Noer lässt bitten

Der «Papillon»-Regisseur Michael Noer erklärt in seinen eigenen Worten, was ihn an einer Neuverfilmung der autobiografischen Romane «Papillon» und «Branco» von Henri Charrière reizte.

«Für mich ist ‚Papillon‘ viel mehr als bloss die Geschichte eines Gefängnisausbruchs. Es ist die Lebensgeschichte zweier Männer unter extremsten Bedingungen, die zunächst nur eine oberflächliche, auf blosser Bezahlung basierende Schutzvereinbarung verbindet, doch die schliesslich durch Blut, Schweiss und Angst zusammengeschweisst werden. Es ist nicht so, dass Papillon durch nichts zu brechen wäre. Doch er lernt schliesslich, dass seine Freundschaft zu seinem Mitgefangenen Dega der einzige wirkliche Grund ist, am Leben zu bleiben. Erst durch ihn erfährt Papillon, dass Einsamkeit und Alleinsein zwei grundverschiedene Dinge sind und dass wahre Loyalität sich nicht in Geld ausdrücken lässt, sondern in Liebe, Respekt und gegenseitiger Aufrichtigkeit zu finden ist. Mein Debütfilm ‚R‘ (mit Tobias Lindholm als Co-Regisseur) war ebenfalls ein Gefängnisfilm, aber ich komme auf das Genre, das Buch und den Originalfilm nicht etwa wegen einer Gefängnisbesessenheit zurück. Vielmehr faszinieren mich einfach gewisse Ähnlichkeiten eines Gefängnisses mit einer Theaterbühne: jeder hat dort eine Rolle zu spielen. Man muss ständig auf der Hut sein und darf niemals seine Maske fallen lassen, damit niemand die eigenen Ängste oder Schwächen zu sehen bekommt. Dieses Thema ist hochaktuell, auf der ganzen Welt sind heute mehr Männer und Frauen inhaftiert als jemals zuvor.» Die «Papillon»-Neuverfilmung spielt ab Donnerstag in den KITAG CINEMAS.