Interview

Danny-Elfman-Filmmusik für Dumbos Segelohren

Unglaublich, aber wahr: Die Walt-Disney-Neuverfilmung «Dumbo» markiert schon die 17. Zusammenarbeit von Regisseur Tim Burton mit seinem Hauskomponisten Danny Elfman.

«Es ist unser 17. gemeinsamer Film, wir liegen einfach auf einer Wellenlänge.» sagt der Filmmusiker Danny Elfman und erklärt, dass Tim Burton bei all seinen Filmen einen ähnlichen Musikansatz verfolgt: «Es geht um den richtigen Ton. Jeder von Tims Filmen war daher eine einzigartige Erfahrung für mich. Ob das nun ‚Big Fish’, ‚Alice in Wonderland‘ oder ‚Beetlejuice‘ war, es geht immer darum, den richtigen Ton zu finden für die Welt, die er gerade erschafft.» Für Elfman ist «Dumbo» eine Geschichte, die von Herzen kommt: «Die Augen des kleinen Elefanten strahlen einfach so viel aus. Da fällt es einem leicht, darin einzutauchen und mit diesen Emotionen zu spielen. Uns war klar, dass wir eine musikalische Identität für Dumbo finden mussten, die Dumbo war und nur er. Tim sagte mir, ich solle ein ganz einfaches Thema finden, weil es auch eine ganz einfache Geschichte ist.» Der Orchesterscore nutzt eine Flöte für die traurigeren Momente Dumbos und spielt manchmal mit indischen Motiven. In seinem Score setzt Elfman auch dem Zirkus ein Denkmal. Er schrieb sogar eine Themenmusik, die bei den Zirkusszenen im Hintergrund spielt. Aber sein Hauptaugenmerk richtete der Komponist auf die Figuren und ihre emotionale Reise. «Dumbo hat definitiv ein Thema», merkt Elfman an. «Es ist ganz einfach, wie Tim es sich gewünscht hat, und es taucht im Verlauf des Films immer wieder auf.» Aber auch für Max Medici (Danny DeVito) gibt es ein Thema, und bei V.A. Vandevere (Michael Keaton) war es Elfman ein Anliegen, dass die Musik «etwas verschlagen» klingt. Walt Disneys originaler «Dumbo»-Trickfilmklassiker aus dem Jahr 1941 baute auf eine oscargekrönte Filmmusik von Frank Churchill und Oliver Wallace. Elfman wollte ihre Musik nicht neu aufleben lassen, aber er fand, dass ein Gastauftritt allemal angemessen war: «Ich wollte mich vor dem Original hier und da verbeugen und baute Teile daraus in meine Komposition ein. Wer zuhört, wird Verweise bei Casey Junior sowie der Parade mit den pinken Elefanten entdecken.» Die vermutlich bekannteste Szene im Klassiker von 1941 ist jener Moment mit dem ikonischen Schlaflied ‚Baby Mine‘, ein ausgesprochen emotionaler Augenblick zwischen Mutter und Sohn, mit Musik von Churchill und einem Text von Ned Washington. Arcade Fire nahmen deshalb eine neue «Baby Mine»-Version für den Titelabspann des Films auf.