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«close-up!»-Filmblog (Rubrik; 28.1.2019)

Was hat es mit dem «Green Book» auf sich?

Der Filmtitel «Green Book» bezieht seinen Titel vom «The Negro Motorist Green Book», einem Reiseführer, der von 1936 bis 1966 jährlich neu veröffentlicht wurde und in dem Läden, Restaurants und Hotels gelistet waren, in denen schwarze Kunden willkommen waren. «The Green Book», wie es gemeinhin genannt wurde, geht zurück auf einen New Yorker Postboten namens Victor Hugo Green und entwickelte sich zu einem unverzichtbaren Reiseutensil für Afroamerikaner, die mit dem Auto durch die USA fuhren. Zunächst umfasste es nur die Umgebung von New York, aber nach und nach wurden fast ganz Nordamerika, die Karibik und Bermuda abgedeckt. In den USA war es vor allem in den Südstaaten von unschätzbarem Wert, wo die Jim-Crow-Segregationsgesetze in den verschiedenen Countys und Staaten unterschiedlich ausgelegt wurden und es die inoffiziellen Regeln in den so genannten «Sundown Towns» schwarzen US-Bürgern unmöglich machten, nach Sonnenuntergang auf die Strasse zu gehen. Das «Green Book», das in Esso-Tankstellen und über Abonnements verkauft wurde, ermöglichte es schwarzen Reisenden, ihre Trips so zu organisieren, dass sie Schikanen, Festnahmen und Gewalt aus dem Weg gehen konnten. Nachdem Präsident Lyndon B. Johnson im Jahr 1964 den Civil Rights Act unterzeichnete hatte und die Jim-Crow-Gesetze illegal wurden, war auch das «Green Book» nicht mehr notwendig. Wenig später wurde es eingestellt. Victor Hugo Green war bereits 1960 gestorben und erlebte das Ende der Rassentrennung nicht mehr mit. Seine Witwe Alma war es, die das «Green Book» bis 1966 weiterveröffentlichte. Der melodramatische Kinofilm «Green Book» mit Viggo Mortensen kommt am Donnerstag in die KITAG CINEMAS.

Eine schöne Kinowoche allerseits!
by CineMani

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